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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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Kirche befehden, so kann und will ich nicht schweigen.Zwar stehet der Protestantismus fest gegründet in derWelt; denn er ruhet auf dem Evangelium und aufden Bedürfnissen der Zeit, und diese'Säulen weichenund wanken nicht. In ihren einzelnen Theilen aberkann die protestantische Kirche allerdings beeinträchtigtwerden; darum muß man ihren Anklägern antwortenund ihre Verläumder beschämen. Das nun habe ichgekhan, um, so viel ich vermag, beyzutragen, daß derprotestantischen Kirche gern und willig von den Re-gierungen gewährt werde, was ihr ohnehin nicht ver-sagt werden darf, Schutz gegen die Beeinträchtigungendes KatholicismuS, ungcstörete Freyheit in der Ent-wickelung ihrer Lehre und Verfassung, und die auchihr unentbehrliche Unterstützung ihrer Anstalten.

Tief im Wesen des KatholicismuS, wie er heutenoch ist, liegt sein Erweiterungötrieb, welcher aller Or-ten Beinträchtigungen der in seiner Nähe stehendenKirchen, auf deren Gebiete er sich auszubreiten strebt,zur Folge gehabt hat. Die Geschichte fast aller Län-der, wo er mir andern Kirchen sich berührcte, ist vollvon Beyspielen entweder versteckter oder offenbarer Ver-folgung, oder doch, wenn er gebunden war durch dieGesetze des Staates, der Proselytenmacherey. Selbstin der neuesten Zeit und unter protestantischen Regie-rungen beeinträchtiget er, wenn er'S auf andere Weisenicht vermag, doch dadurch die protestantische Kirche,daß die katholisch n Geistlichen bey der Eingehung ge-mischter Ehen auf die Erziehung aller Kinder in ihrerConfession zu dringen, und wohl gar das Versprechen,ihrer Kirche alle Kinder zuzuführen, zur Bedingung