natischen Stimmung der Gemächer nehmen alle Lei-denschaften einen ungestümeren und wilderen Charakteran, und sicher liegt ein Grund der Erscheinung, daßbey den südlichen Völkern die Staatsumwälzungen häu-stger, die Bürgerkriege blutiger, und die von Rache,Herrschsucht und Eifersucht vollzogenen Morde zahl-reicher als bey den nördlichen waren, zwar nicht indem Katholicismus selbst, aber doch in der bezeichne,ten Stimmung, welche von ihm leichter als von demProtestantismus ausgchet. Je besonnener und nüch-terner ein Volk ist, desto leichter hört es die Stimmeder Mäßigung und Vernunft, selbst zur Zeit der Stür-me noch, und diesen Charakter ihm mitzutheilen, da-zu wirkt unstreitig, der Protestantismus, dessen Wesennüchterne Klarheit ist und besonnene Ruhe. Aller Fa-natismus ist bedenklich; jeder Fanatiker ist gefährlich;zum Verbrechen selbst kann leicht entweder der eigeneWahn oder die Ueberredung ihn treiben. Was ande-res als Fanatiker waren jener Clement, welcher Hein-rich dem Dritten, und jener Ravaillac, welcher Hein-rich dem Vierten den Stahl in'ö Herz stieß? Un-recht wäre es allerdings, wenn man die Verbrechenkatholischer Fanatiker und den sie begünstigenden Pro-babilismus der Jesuiten auf die Rechnung des Katho.licismus selbst setzen wollte. Man kann ein eifriger undstrenger Katholik seyn ohne Fanatismus; die verderb-liche Moral des Jesuitismus ist nicht die der katho-lischen Kirche, auch in ihr hat sie achtbare Wider-sacher genug gefunden. Wenn aber darüber geurthciltwerden soll, ob ein Staat die Nachbarschaft der ka-tholischen oder der protestantischen Kirche sich zu wün-schen habe, so verdienet allerdings die Frage, welche
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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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