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durch kann er den Sünder beruhigen, daß er ihn aufLas göttliche Erbarmen, welches Christus der Welt ge-offenbart hat, hinweiset und ihm die Hoffnung giebt,daß er durch Reue und Besserung zu Gott zurückkehrenund wieder ein Gegenstand seines Wohlgefallens wer-den könne. Der KatholieismuS dagegen nimmt an,daß die Kirche absolvicen, d. h. die Schuld hinweg,nehmen und den Sünder wieder in den Zustand ver-sehen könne, in welchem er war, ehe er die sündigeThat beging. Der Priester kann nicht blos tröstendurch die Verkündigung der Vergebung, sondern auchentsündigen; nicht blos die Verheißung der Versöh-nung und des Friedens, sondern die Vergebung selbstwird durch die Absolution der katholischen Kirche em-pfangen. Nichts aber kann leichter gcmißbraucht wer-den und ist auch öfter gemißbraucht worden, als ebendiese kehre, theils von dem Leichtsinne, welcher, waser gestern abgebüßt hatte, doch heute wieder that, inder Hoffnung, morgen die Absolution von Neuem zuempfangen, theils von der Leidenschaft der Priester,welche von denen, die an ihre sündenvergebende Macht,Vollkommenheit glauben, alles erhalten können. —Eben so liegt in dem Katholicismus eine weit nähereVeranlassung zum Fanatismus als in dem Protestan-tismus, weil er, mehr als die Aufklärung des Ver-standes, die Anregung des Gefühles bezweckt, das Gött-liche nicht bloö zum Gegenstände des Glaubens, son-dern auch der Anschauung macht, und die Seinigenmit dem Wahne erfüllt, daß sie allein den Weg, derzum Himmel führt, gefunden hätten. Aller Fanatis-mus aber muß dem Staate bedenklich seyn, der reli-giöse gehet leicht in den politischen über, bey einer fa-