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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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so

Drittens darf nicht ^unbemerkt bleiben, daß indem Katholicismus zwar nicht der nothwendige Grund(denn fern sey jede ungerechte Anklage), aber doch dienahe Veranlassung zu Verirrungen liege, welche denStaaten und ihren Führern nicht gleichgültig seyn kön-nen. Leicht kann insbesondere von seiner Sündeuve»gebungSlehre eine schädliche Anwendung gemacht wer-den, und leichter als von dem Protestantismus kannvon ihm der Fanatismus auSgehen. Wohl lehret auchder Protestantismus die Vergebung der Sünde, undmuß sie lehren, weil sie die trostreiche Verheißung desEvangeliums ist. Auch der protestantische Geistliche läßtden Sünder nicht ohne Trost von sich gehen; auchihm darf der Verbrecher, was er keinem Menschenaus der ganzen weiten Erde vertrauen kann, offenba-ren, um sein schuldbewußtes Herz zu erleichtern. Hin-wegnehmen aber kann er die Schuld nicht; nur Ha-

ders als in den letzten zwanzig Jahren reden jetzt die Schrift,steiler von der Kirche und ihren Anstalten; außer dem wc-nig gelesenen Paalzow, welcher nicht müde wird, mit sei-nen selbstgcschaffencn Gespenstern zu fechten, kenne ich indiesem Augenblicke keinen antikirchlichcn Schriftsteller inDeutschland. Bcy vielen, die ihr entfremdet worden waren,erwacht die Liebe zu ihrer Kirche wieder, und auch die, wel-che gleichgültig gegen sie geblieben sind, suchen doch keineEhre mehr darin, als ihre Verächter zu gelten- Allmählignur war der antikirchlichc Geist entstanden und verbreitet wor-den; allmählig nur kann er wieder vergehen und in allge-meine Achtung und Liebe zur Kirche sich verwandeln. Ervergehet aber und wird sich durch das Hcrvortrctcn des Ka-tholicismus um so schneller verlieren; denn in der Verglei-chung mit ihm müssen die Protestanten um so klarer erken-nen, was sic an ihrer Kirche besitzen und wie sehr sic Ursachehaben, sie in Ehren zu halten.