Druckschrift 
Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

.18

cher dm CajuS als seinen Vater verchrete, seit demAugenblicke aber, wo er seinen Jrrthum entdeckte, auf-höretc, ihm kindliche Ehrfurcht zu erweisen, des Un-gehorsames beschuldigen konnte: eben so sivcnig kann

man den Reformatoren und ihren Anhängern darauseinen Vorwurf machen, daß sie von dem Augenblickean, wo ihnen der Papst nicht mehr Papst war, ihmden Gehorsam verweigerten. Eine neue Ansicht vonder Kirche und der christlichen kehre trat mit der Re-formation in's Leben herein, und will man jede Ver-änderung der öffentlichen Meinung, sobald sie in derWelt sich offenbart und etwas Sichtbares und Hör-bares wird, eine Revolution nennen, so mag diesesimmer geschehen. Nur muß man dann zngeben, daßauch die Einführung des ChristenthumeS selbst eine Re-volution gewesen sey; denn es gab auch eine Zeit, wodie christliche kehre eine neue und die Kirche eine erstwerdende Gesellschaft war, und beide gegen ein Beste-hendes sich geltend machen mußten. Haben die Refor-matoren das sechözehnte Jahrhundert revolutionirt, sohaben die Apostel dasselbe gethan; war es Unrecht,daß kuther nicht widerrief, wie es der Legat im Na-men des Papstes forderte, so hakten auch die Apostelnicht sagen dürfen, daß man Gott mehr als Menschengehorchen müsse; war'S ein Verbrechen, daß die Pro-testanten das päpstliche Recht verwarfen, so hätten auchdie Christen der apostolischen Zeit nicht von dem Mo-saischen Gesetze sich lossagen sollen; war die Weigerungder Protestanten, an der Messe Theil zu nehmen, einkadclnöwerther Ungehorsam, so sind auch die Märty-rer des christlichen Alterthumes, welche den Götternnicht opfern wollten, Störer der gesetzlichen Ordnung