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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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gewesen; tst'S bedenklich, an das ReformationSzeitaltcrzu erinnern, so darf man auch nicht mehr von derZeit reden, wo das Christenthum in der Welt gepflanztward.

Nur wer die Sache des Protestantismus verdäch-tig machen will, kann die Reformation mit den Revo-lutionen unserer Tage vergleichen, und nur bey völligerUnbekanntschasc mit der Geschichte kann man eine vonden Negierungen selbst eingeführete kirchliche Verände-rung den gewaltsamen Staatsumwälzungcn ähnlich fin-den, welche mit ihrer Regierung zerfallene Völker be-wirkt haben. Darin gleichen einander allerdings unserZeitalter und das Zeitalter der Kirchenverbesserung,daß in beiden langst vorhandene Ideen in das Lebenhereintraten; denn von der Leidenschaft selbstsüch-tiger Demagogen allein können die Bewegungen derletzten Zeit nicht hergeleitet werden« Wesentlich aberunterscheiden sie sich dadurch von einander, daß dasZeitalter der Kirchenverbesserung politische Umänderun-gen gar nicht bezweckte, und daß die kirchlichen Refor-men, zwar von den Völkern gewünscht und begehrt,aber nicht erzwungen, sondern von den Regierungen-selbst eingeführt wurden.

In dem Ursprünge des Protestantismus also liegtnichts, was ihn den Machthabern verdächtig machenkönnte; und somit ist der erste Klagepunet erledigt.

Gehen wir fort, den zweyten, nämlich den Vor-wurf zu prüfen, daß-der Protestantismus durch dasallen bewilligte Recht eigener Prüfung und durch dieBehauptung der kirchlichen Freyheit den revolutionärenGeist in den Völkern Hervorrufe und nähre. Zuge-ben muß man, daß er allerdings prüfungslose und un-

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