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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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und in England die Reformation zu Stande, eben sowie die jüngst in mehreren Deutschen Ländern erfolgteEinführung oder Wiederherstellung ständischer Verfas-sungen. Nirgends hat sie das Volk durch Aufstandund Empörung erzwungen; keine andere Macht alsdie des Zeitgeistes, welcher sie freywillig huldigten,nöchigte die Fürsten und Regierungen des sechszehntenJahrhunderteö in die Auflösung der Hierarchie zu willi-gen und eine neue kirchliche Ordnung in ihren Ländernzu gründen. Und selbst die Neformirten in Frankreichund die Niederländer, welche allerdings die Waffengegen ihre Beherrscher ergriffen, lhatcn es nicht, umsie entweder zu entthronen oder eine andere Staats-Verfassung von ihnen zu erzwingen, sondern wurdendurch den empörendsten Mißbrauch der Herrschergewalt,welche ihnen nur zwischen dem Blutgerüste und derGlaubenöverläugnung die Wahl ließ, auf das Aeus-serste gebracht und hierdurch zu dem Widerstande ge-nöthigt, durch welchen sie die heiligsten aller Rechte,die Gewissenörechte, behaupten wollten.

War aber auch, könnte man noch einwenden, dieReformation keine politische Revolution, so war siedoch eine kirchliche. Dar Pontificat bestand am An»fange deö sechszehnten -JahrhunderteS als eine gesetz-liche, von der ganzen Christenheit anerkannte Autori-tät, und das Dogma der katholischen Kirche galt alsdie Regel des Glaubens und der Lehre. Von demGeltenden rissen daher die Protestanten sich los, indemsie aufhöreten, dieser Regel zu folgen, und lehnetengegen eine bestehende Autorität sich auf, indem siedem Papste den Gehorsam verweigerten. Das habensie allerdings gethan. Allein so wenig man den, wel-

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