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Des berühmten Herrn// Siegmunds von Storchenau,// der Weltweißheit und Gottesgelehrtheit Doktors an der Uni-//versität zu Wien,// Abhandlung// über den Glaubenssatz der katholischen Kirche:// Außer der Kirche// ist kein Heil,// oder// Von der theologischen Unduldsamkeit// der Katholiken : Bey Gelegenheit der zu Mülheim am Rhein am jüngsten Fronleichnamstage von P. Simplicianus Haan, aus dem Eremiterorden des Heil. Augustins gewöhnlichen Sonntagsprediger, gehaltenen Controverspredigt, unter dem Titel: Kein Protestant kann selig werden
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Warum Hörer dann ihr ungesiümmes Geschrey nicht einmal auf? Man sollteqlauben , es wären bey uns alle Gefängnisse mit Leuten angefüllet, die andersdenken , als wir; Es würden wieder sie aller Orten dir Räder zubereitet, unddie Scheiterhaufen angezündet r so wehemüthig beseufzen sie die grausammWirkungen unserer Intoleranz.

Überhaupt erhellet es nunmehr: daß unsere Intoleranz, über allen Tadel

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Heiirrich der zweyte , Rarl der nennte , haben Gesetze gemachet, um die Religionzu beschützen und zu vertheidigen, welche augenscheinliäs kmlig-und göttlich ist, undum die Verbrechen derjenigen zu bestrafen , die sie verfälschen, oder umstürzen woll-ten. Sind diese Gesetze nicht billig,, und unnachläßig gewesen ? hatten diese Fairstennicht die Gewalt, sie zu verordnen ? waren sie nicht verbunden dazu ? Greift nichtdie Widersetzling gegen die Gesetze das oberkeitliche Ansehen au ? und kömmt siewohl aus einer andern Quelle, als aus einem Geiste der Gottlosigkeit und der Em--pöruug her? Warum verwickelet man a!so diese verschiedenen Dnige unter dem ge-- häßigen Namen der Versolguirg, der Grausamkeit, des Menschen!,aßes ?

z Auch die Katholiken haben einen Abscheu für der Bartholomäusnacht. Sie se-he» selbe an für ein Mittel der Verzweifelung , welches das Uebel picht geheftet;sondern ärger gemachet hac; zur eine wohlverdiente, aber unrcchtförmige, und un-menschliche Strafe, worunter viele Unschuldige verwickelet worden; sie sehen sie anfür eine Grausamkeit, welche die kMvlische Religion verdamme, welcher sich meh-rere Bischöfe wier ersetzten , und worüber die Nation erröthete, so bald sie sich vonjenen Augenblicken der Raserey erholet hatte ^ aber welche bei, weitem nicht so grau»sich war, als das ewige Lärmen der Feinden der katholischen Kirche zu verstehengiebt. Mau kann davon überzeuget werden ,> wenn man nachlesen will , was vont diesem Gegenstände in dem Buche der Irrthümer Voltaire»« von dem Herrn AbtNonnotre angemerket ist.

Aber die Strafen , welche durch Verordnungen über Empörer beschlossen worden^ sind, welche dreyßig volle Jahre lang, wider ihre Könige die Waffen führten; diemit Gewalt eine Menge Freyheiten zum Nachtheile der alten Religion, die sie ver-lasse» hatten , sich errangen > die unvergleichlich mehr Blutes in ihren Privatempv-rungen vergossen haben, als am Bartholomauskage, und sonst vergossen worden ist:sollen diese verordneten Strafen Verfolgungen benamset werden?.

Nach andern Grundsätzen muß man also die Begebenheiten beurtheilen , die sichentweder in den ungesitteten Zeiten begeben haben , oder von den Feinden der-mischkatholifchen Kirche erdichtet, oder vergrößert , oder verfälschet worhcn sind,umdieselbe verhaßt zu machen; Begebenheiten , die ohne Beweise angenommen, vonden wiederhallenden Nachsprechern (wovon auch raupfer einer ist) ohne Beurtheilkung wiederholet wurden , und die nach der geringste,« Untersuchung in einem ver«mlnstigen Kritiker keine andere Gesinnung , als Unwillen gegen die vermessene PlM»-derer« und Mitleid mir ihren blinden Bewunderern, zurück laßen.