Abhandlung
über den katholischen Satz:
Außer der Kirche ist kein Heil.
^Uousseaus Verbannungsurkheil schrecket mich keineswegs Er mag immer,hin, alle die aus dem Staate verbannen, welche sich unterstehen zu sagen: Au-ßer der Kirche ist kein Heil. Ich lebe unter dem Schutze der gottseligsten Mo-narchen, ganz sicher, und ruhig, die von dieser wichtigen Wahrheit selbst über-zeuget stnd , und aus ihrer Ueberzeugung kein Geheimniß machen; indem siesich äußerst bestreben , die wahre christliche Religion nicht nur mit den weisestenGesetzen: sondern auch mit den glänzendesten Beyspielen, nachdrücklichst zuempfehlen.
Aber ein Paar Worte, Herr Philosoph! dieser ihnen so verhaßte Satz(Außer der Rirche ist kein Heil) Zst er falsch: oder ist er wahr ? dieß —dachte ich — sollte zuerst ausgemachet werden; oder wenigstens (weil sie dochschemen gegen die Wahrheit schon eingenommen zu seyn) ein hinlänglichscheinen-der Beweis der Falschheit, vor dem Endurtheile vorausgehen. Daß dieser Lehr-satz , nur für eine theokratifche Regierung gut; und in allen übrigen Regierungs-arten schädlich seydieses ist ein willkührlicher Machtspruch, der weder ztwas,beweist: noch selbst ohne neuen Beweis, kann gutgeheißen werden.
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