Druckschrift 
Des berühmten Herrn// Siegmunds von Storchenau,// der Weltweißheit und Gottesgelehrtheit Doktors an der Uni-//versität zu Wien,// Abhandlung// über den Glaubenssatz der katholischen Kirche:// Außer der Kirche// ist kein Heil,// oder// Von der theologischen Unduldsamkeit// der Katholiken : Bey Gelegenheit der zu Mülheim am Rhein am jüngsten Fronleichnamstage von P. Simplicianus Haan, aus dem Eremiterorden des Heil. Augustins gewöhnlichen Sonntagsprediger, gehaltenen Controverspredigt, unter dem Titel: Kein Protestant kann selig werden
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

X rf X

get: diese hingegen glücklich sehen. Wenn uns daraus der Philosoph eine Un,Möglichkeit machen: wenn er behaupten will: man könne mit Leuten durchausnicht srievsam umgehen, welche man für verdammet hält; sie lieben/ sey soviel als Gott haßen / der sie strafet; und eines aus beyden müste unumgäng-lich geschehen, sie entweder auf den rechten Weg zu führen / oder zu peinigen*:so bringt er / nebst einem sehr un-ichrigen Ausdrucke/ so viel Lügen / als Sätzevor.

Wie unrichtig drücket er sich aus ; da er die Irrenden Leute nennet / dieman für verdammt hält! Wir getrauen uns nicht / in die Rechte des allwis-senden einzugreifen. Er alleine / vor dessen Augen das Künftige / wie das Ge-genwärtige offen steht / sieht mit Gewißheit ihr endliches Schicksal vorhinein.Wir Kurzsichtigen/ wir wissen nur / was ihm gnädigst beliebet hak uns zu of-fenbaren; und von dieser Offenbarung unterrichtet / halten wir itzt die Ir-renden/ nicht für Verdammte : sondern für Unglückliche / die den geradenWeg zur Verdammung wandeln; und wenn sie nicht vor dem letzten Hauchedes Lebens zurückekehrrn was wir sehnlich verlangen; von der Güte desVaters der Erbarmungen hoffen; und zu bewirken uns mit allen Kräften be-mühen ohne allen Zweifel werdammet werden.

Nun ist die Frage: warum folls uns unmöglich seyn> mit Leuten im Frier-den zu leben / von denen wir nach den klaren Grundsätzen unseres Glaubens al-so denken ; und gegen die wir nach dem sanfmükhigen Geiste des Evangeli-ums / so gut gesiimtt sind? Wir wollen ihn gewiß nicht stören / den geliebtenFrieden ; und verabscheuen von ganzem Herzen / was immer dagegen / von Je-manden unter uns je ist gethan worden. Fangen sie die Störung von ihrerSeite an r so liegt die Schuld weder an uns / noch an unsrer Glaubenslehre;und wir werden es wissen nach dem Beyspiele der Apostel / und der erstenVä-M des Christenthums / mit Sanftmut!) und Geduld zu ertragen, o)

Diese

* II sii ImpvKbls äs vivrs sn psix gvec äs; , ^u'on ci oir äkimns; - Iss Zimsr'teryic bsi'r Dien , Is» punir; ik tssr sbsolumenr > gu'on 1er- irimsns, ou ^u'on>I«; kounnsme.. . //r,»-. 4. z.

n) Ein tüchtiges Mittel war jenes, dessen sich P.Haan bedienete die in einer schädlichenRuhe versunkene Seelen aufzuwecken ; der Engel ,> der den Petrus ausweckete, gab'ihm einen derben Gtofi in die Seite ,, und sagte r Steh' auf,, und folge mir nach.-So ist es zuweilen bey- hart- schlafenden nöthig.

Wer war bey- der letzten MMeimer Conkroverspredigt der Friedensstörer ? kein an-derer,, als die Eonsistmalen der resorntzwund lutherischen Gemeinden'/ und Hr Kauf-