Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
245
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Leuchtkäfer. 245

Vielleicht ein Augenblick des Glücks für uns Beide,"versetzte lächelnd der Major, indem er an die geheimnißvollenPhotographien dachte.Armer Wenden," sprach er zu sichselber;ich fürchte, dir nochmals in die Quere zu kommen;es war unprophetisch von dir, mir deine Theorien sozuversichtlich auseinander zu setzen- doch zur Sache."Er wandte sich abermals an seinen Nachbar.Vor allen.Dingen muß ich wissen, von welchem Charakter das jungeMädchen ist. Verzeihen Sie mir die peinliche Frage: Hal-ten Sie sie in der That für fähig, sich in ein Verhältnis;einzulassen, das durch Zeit und Umstände gefährlich werdenkönnte?"

Wenn ich das zugäbe," entgegnete der junge Mann,so müßte ich ja der Ansicht sein, sie liebe mich nicht mehr,und das kann und will ich nicht. Ich will und muß vielesvon der Schuld, die sie vielleicht hat, auf die Einflüsterun-gen ihrer Mutter werfen. Sie wissen wohl selbst, waseine tägliche Umgebung vermag. Die Eitelkeit, von einemvornehmen jungen Manne beachtet zu werden, mag auchdas Ihrige dazu beigetragen haben. Rosa berechnete inihrer Unschuld nicht, was unter solchen Verhältnissen einBlick des Auges, ein Zeichen zu bedeuten hat. Abervielleicht hat sie jetzt schon den Abgrund zu ihren Füßenerkannt, und ist schaudernd davor zurück gewichen."

Das ist möglich," sagte Herr von Fernow in ruhigemTone,und dann wäre es am Ende unnöthig, Ihnen inIhrer Angelegenheit zu rathen."

Dennoch fürchte ich wieder, es ist nicht unnöthig!"