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Elftes Kapitel.
war es doch noch so hell, daß man eine gute Strecke derUmgebung deutlich überblicken konnte. Die feine glänzendeSichel des jungen Mondes schwebte im Osten über einerfast schwarzen Jöhrenpartie und glitzerte anmuthig zwischenden fein gezackten Zweigen und Nadeln hindurch, geradewie das Diadem der Nachtkönigin, die langsam hernicdcr-schwebt, um in dem aufdampsenden Abendnebel den Spielenihres lustigen Hofstaates zuzuschanen.
Als der Major die Terrasse betrat, glaubte er hierallein zu sein, wenigstens bemerkte er Niemand, und erstals er dicht vor der Brüstung stand, erblickte er in seinerNähe einen Mann, der auf derselben saß und den er bisjetzt nicht bemerkte, da ihn einer der dicken Kastanienbäumeverdeckt. — Da cS nichts Seltenes war, hier Jemandanzutrcffen, so bekümmerte sich auch Herr von Fernow nichtweiter darum, sondern lehnte sich an einen der Bäumeund blickte ans die schattenhaften Buschpartieen zu seinenFüßen. Sein Nachbar aus der Brüstung schien mit In-teresse den Mond betrachtet zu haben, doch wandte er seinGesicht dem neuen Ankömmlinge zu und begrüßte ihn durchhöfliches Abnehmen des Hutes, sowie durch den freund-lichen Wunsch eines guten IlbendS.
Herr von Fernow dankte und warf einen Blick auf denDasitzenden. Es war ein anständig gekleideter, junger Mann,mit hübschen, einnehmenden Gesichtszügen; er hatte denrechten Arm um das eiserne Geländer geschlungen, womit