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Zehntes Kapitel.
Kammerherr; „wenn nur der rechte Augenblick nicht verpaßtist! — Und wünscht die Prinzessin," setzte er nach einemmomentanen Stillschweigen hinzu, „das; ich um die Geschichtewissen soll?"
„Wer kann daran zweifeln?" versetzte die Excellenz nichtohne eine kleine Verwirrung. „Sie stehen in ihrer Gunst,die Prinzessin hätte Ihnen an jenem Abend Alles anver-traut; — kann ich auf Sic rechnen?"
Der Kammerherr hatte einen Gang durch das Zimmergemacht, er kämpfte mit sich selber. Er kannte den Obcrst-jägermeister, und weil er ihn kannte, kani ihm die ganzeSache verdächtig vor. Zu einer Angelegenheit, bei deretwas zu gewinnen war, hätte die Excellenz nicht wohleinen Zweiten eingcladen; auch erinnerte er sich jenesAbends, als, er dem Baron Rigoll im Schlöffe begegneteund es sich fand, daß sie den gleichen Weg zu den Ge-mächern der Prinzessin hatten, wie ihm der Obcrstjäger-meister in der ersten Ueberraschung ein nichts weniger alsfreundliches Gesicht machte. — Daß aber Herr von Wendenjetzt mit einer Antwort zögerte, schien dem Baron Rigolldurchaus nicht zu gefallen. Er wandte sich umnuthig gegenihn und sagte in einem etwas scharfen Tone:
„Ei, bester Baron, wie nehme ich Ihr Stillschweigen?Sie ließen mich mein Geheimnis; ruhig erzählen, und jetztda Sie es wissen, zögern Sie aus eine für mich fast be-ängstigende Art."