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Neuntes Kapitel.
ihr zu verlangen, daß. sie warten und immer warten sott?Und wie lange wird das Warten dauern! O glaube mir,Mutter, wir Beide können alt werden, ehe für mich derAugenblick des Glücks cintritt!"
„Wie kannst du so verzagt sprechen!" cntgegnete diealte Frau; „das Hab' ich noch nie von dir gehört. Du,sonst immer voll der schönsten Hoffnungen, du, der alleWiderwärtigkeiten, — ja, ich muß dir das Komplimentmachen — mit einer stauncnswerthcn Kraft und Geduldaushieltest; der mir in jeder Beziehung eine so feste Stützewar, zu dem ich wahrhaft beruhigt aussah und von demich mir oft sagte: Heinrich ist ja da, dein Sohn! In seinerHand muß noch Alles gut und schön werden."
„So hast du freilich gedacht, uud ich dachte fast ebensovon mir selbst. Hast du auch bis jetzt je gesehen, daß ich denMuth sinken ließ; haben mich die Widerwärtigkeiten die unsbetroffen, im Geringsten gebeugt? Aber das von vorhin,"setzte er leise hinzu, „das hat mich in's Herz getroffen. Undwenn das Herz verletzt wird, so ist auch der Muth dahin."
Die alte Frau wiegte unmuthig mit dem Kopfe hinund her, während sie sagte; „Schlag dir doch diese Grillenaus dem Sinn. Du wirst sehen, das klärt sich Alles zumGuten auf, und ebenso, was dein Geschäft anbelangt.Ist doch aller Anfang schwer. Aber ich habe ein ahnungs-volles Gemüth, dein Schicksal wendet sich einmal plötzlich."
„Ja, nachdem ich so viel Herzeleid durchgcmacht,"