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1 (1857)
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Neuntes Kapitel.

und wars einen Blick in den Spiegel, so verstohlen undscheu, das; man wohl merkte, er fürchtete dort etwas sehrUnangenehmes zu erblicken. Dann lies er mit einer wahr-hast komischen Behendigkeit zur Thür hinaus.

Als er fort war, ließ die alte Frau ihre Hände mitdem Strickzeug in den Schooß sinken, schüttelte den Kopfund sagte in einem betrübten Tone:Wie der Heinrich ver-stört aussah! Vielleicht war sie wirklich am Fenster, vielleichthat der Krimpf Recht, aber das wäre doch gar zu entsetz-lich! Nein, nein, so ist die Rosa nicht. Und wenn siewirklich am Fenster war, bah! so hätte das noch nichts zubedeuten. So ein junges Mädchen ist ein wenig vorwitzigund naseweis, aber schlimm ist die Rosa nicht, gewiß nicht;davon muß auch der Heinrich überzeugt sein."

Hastig wars sie ihr Strickzeug auf den Tisch und eiltein das Nebenzimmer, als wollte sie ihren Sohn fragen,ob er denn wirklich etwas Schlimmes von Rosa glaubenkönne, selbst wenn sie am Fenster gewesen wäre. DerPhotograph saß noch immer in seiner Ecke. Die Händehielt er freilich nicht mehr vor das Gesicht, sondern gefaltetaus seinen Knieen; doch blickte er so starr durch das Fensteran den Himmel empor, daß die Mutter bei seinem Anblickordentlich erschrack und es kaum wagte, leicht mit den Fin-gern seine Schulter zu berühren.

Er fuhr wie aus tiefen Träumereien empor, und alser die alte Frau neben sich stehen sah, sagte er mit erzwun-