Ein photographisches Atelier. 141
Die Stimme klingt so frisch und jugendlich, daß wirgern hineintreten möchten, uns einen Strohhut zu bestellenoder ein Cigarren-Etui zu kaufen; doch treibt uns der Gangdieser wahrhaftigen Geschichte noch eine Treppe höher hin-auf, und wenn wir nun in dem fünften Stock angclangt sind,stehen wir vor einer andern Thür mit der Aufschrift:„Photographische Anstalt von Heinrich Böhler."
Hier, wie im Palaste des Fürsten, haben wir dieMacht, ungehindert und ungesehen einzutreten. Wir kom-men in ein geräumiges Zimmer, dessen schiefe Decke an Ver-einen Seite anzeigt, daß sie in das Dach hineinragt. Voruns haben wir ein großes Fenster, an dessen Einfassungund Scheiben wir deutlich ersehen, daß dasselbe erst injüngster Zeit zum Gebrauche des photographischen Apparatseingesetzt wurde. Die andern Fenster im Hause mit ihrenkleinen staubigen Glasscheiben haben sich auch bedeutendüber den unverschämten Eindringling geärgert, denn jeHeller und goldener der letzte Strahl der Abendsonne diesenin seiner Höhe vergoldet, um so mürrischer und unzufrie-dener blicken alle andern Fensteröffnungen alsdann auf diedämmerige Straße.
Das Gemach hat weiße Kalkwände und ist sehr be-scheiden möblirt. Gegenüber dem großen Fenster steht derOfen, neben diesem ein breiter tanncner Tisch, und einpaar eben solche Stühle, sowie ein ähnlicher Kasten voll-enden die Einrichtung. Neben dem Fenster befindet sich