Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
115
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Im Kabinct des Kammerdieners.

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bar würde. Er hatte seinen Säbel fest an sich gedrücktund machte so langsame Schritte, das; ihm zwischen jedemderselben fast eine Secunde Zeit blieb und er so, währenddes Auf- und Abwandclns, jedes Nahen des Erwartetenhören konnte.

Was war in der Zeit, seit er heute vor der Tafeldiesen Saal betreten, bis jetzt nicht Alles von ihm erlebtworden! Oft glaubte er, in diesen wenigen Stunden seienMonate verflossen, traurige Monate, in denen er sich all-mälig an den Verlust Helcncns gewöhnt hatte. Waren esvielleicht die Worte des Regenten, er möge auch in dieserSache auf ihn rechnen, welche ihm neue Hoffnung gaben,oder glaubte er sonst an ein glückliches Ohngefähr, das denBaron Rigoll von seinem Ziele zurückwerscn würde, oderhatte er sich beruhigt und als ein vernünftiger Mensch sichgesagt:Wie kannst du von Fräulein von Ripperda ver-langen, daß sie warten wird, bis es dir einmal beliebt,dich anders auszusprechen, als durch kleine Aufmerksamkeitenund allenfalls durch süße Augen und wenn du dichausgesprochen hättest, wer weiß, welche Antwort dir dasstolze Mädchen gegeben? O Gott, ja," seufzte er,wieschön und wie stolz!" Es war ein Glück, daß er so innigund viel an Helene dachte, denn so blieb ihm nur wenigZeit übrig für die bittcrn Empfindungen, die in der Thatin ihm aufsticgen, wenn er sich entsann, daß er im Be-griffe sei, einen guten Freund, wie Baron Wenden, so

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