Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
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Im Kabinet des Kammerdieners.

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mein letztes verzweifeltes Mittel und wird in der That nurbei großen Angelegenheiten angewandt. Sie wissen selbst,Herr von Fernow, daß nichts so sehr die Erinnerung anEtwas aufs Lebhafteste zurückruft, als der Dust irgend einerPflanze, eines Parfüms. Wir haben das ja alle erfahren.Riechen wir im Frühjahr das erste Heu, so überfällt unsordentlich wchmüthig der Gedanke au die Jugendzeit, wowir die Schule schwänzten, um im Freien herumzulaufen.Nun überkommt aber den Regenten eine ganz cigenthümlicheErinnerung, das Nähere gehört nicht hieher wennHöchstdieselbcn Esbouguct riechen. Das stimmt Seine Ho-heit weich und macht ihn nachdenklich; ja er kann sich dabeiso in seine Phantasien vertiefen, daß ich nur etwas lautzu husten brauche, um gefragt zu werden:Was haben Siegesagt, Kindermann?" Und wenn man gefragt wird, sodarf man antworten. Aber Sic trinken gar nicht vondiesem wirklich kostbaren Punsche, Herr v. Fernow! ThunSie das ja! Die Nachtlust ist kühl, und droben in denSälen ist es um diese Zeit gar nicht behaglich."

Bei diesen aufmunternden Worten hatte der Kammer-diener sein Glas zwischen beide Hände genommen, drehtees hin und her und erfreute sich sanft lächelnd an den klei-nen Ringeln, die sich in der goldgelben Flüssigkeit zeigten;auch roch er daran, ehe er abermals trank.

Es fterck mich in der That, Herr Kindermann,"unterbrach der Ordonnanzoffizier die Stille,daß Sie sich