Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
102
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102 Fünftes Kapitel. Im Kabinet des Regenten.

langen, jetzt weiß leuchtenden Straßenlinien, mit ihren blitzen-den Lichtern hie und da, mit Wagengeraffel, entfernterMusik, mit ihrem unaufhörlichen Summen und Sausen vorsich liegen sah. Er hatte seinen Mantel umgcnommen, eineCigarre angezündct und wenn er, den süßen Dampf cin-ziehend, auf dieselbe blickte, und den kleinen leuchtendenPunkt immer größer werden sah, so war er im Stande,seine Gedanken zu concentriren und eigcnthümlichen Träu-mereien nachzuhängcn. Was hatte er am heutigen TageAlles erfahren! Wie war sein Herz verwundet worden!Wie hatte er zum crstcnmale so wild und stürmisch gefühlt,daß er jenes herrliche Mädchen liebe, innig liebe, ja, mitaller Kraft seiner Seele liebe, hoffnungslos liebe!Und darauf der Abend! Das, was ihm im Kabinet desRegenten begegnet war! Hatte er nicht vielleicht das Glückergriffen, als er jenem Nus der Klingel folgte? O ja, esmußte so sein, die Theorie des Baron Wenden war richtig,es gab einen Augenblick des Glücks, dann aber auch, daes kein Licht ohne Schatten gibt, ebenso gut einen Augen-blick des Unglücks.