Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
65
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weniger als freundschaftlich nach dem Oberstjägermeister hinübersah.

Herr Kindermann trug fast immer ein gleichmäßigesund liebevolles Lächeln zur Schau; es mochte Tag oder Nachtsein, Sommer oder Winter, cs mochte regnen oder schneien:er lächelte: und sein Gesicht hatte sich so daran gewöhnt,daß es ihm bei traurigen Veranlassungen die größt? Mühemachte, die Augenbrauen in die-Höhe zu ziehen und dieUnterlippe vorschriftsmäßig herabhängen zu lassen. Jetzt stricher sich sanft durch sein stark ergrautes Haar und lächelte;jetzt zupfte er leicht an seiner Halsbinde und lächelte. Mitsanftem Lächeln bot er der Prinzessin einen Teller frisch aus-geschnittener Ananas und dann präscntirte er ebenso gleich-müthig lächelnd Ihrer Durchlaucht das verlangte Glas Wasser.Wir glauben gewiß annehmcn zu können, daß Herr Kinder-mann auch lächelnd in den Armen des Schlafes lag, unddaß, wenn ihn einst dessen ernsterer Bruder abrufcn wird,Herr Kindermann mit dein freundlichsten Lächeln diese Weltverlaßen werde.

Nach einiger Zeit kam der große Moment, wo derRegent gelinde hustend zu Ihrer Durchlaucht der Prinzessinhinübersah, wie sic leicht mit dem Kopfe nickte und sich dar-auf erhob, bei welcher Veranlassung Herr Kindcrmann lä-chelnd den Sessel entfernte. Ein paar Sekunden hieraufhörte man nichts als Stuhlrückcn, Räuspern, Husten, da-zwischen ein halblautes Wort, Säbel- und Sporengeklirr.

HaSlLnder. Der Augenblick bcS GlllckS. I. h