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1 (1857)
Entstehung
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Drittes Kapitel.

seien Sie so freundlich und schauen in dem Bouquet nach,ob sie nicht eine Theerose finden. Ich liebe den Geruch derTheerofen außerordentlich."

Eine Theerose!" sprach der Kammcrherr zu sich selbermit angehaltenem Athem.

Fräulein von Nipperda war zu dem Tischchen getreten;ihre feinen Finger suchten behutsam zwischen den Blumen;dann wandte sie ihren Kopf gegen den kleinen Fauteuil undsagte:Ja, Euer Durchlaucht, hier in der Mitte steckt einesehr schöne Theerose; soll ich sie herauszichen?"

Wenn es ohne Schaden für das schöne Bouquet geschehenkann," entgegnete die Prinzessin, anscheinend mit der größtenTheilnahmlosigkeit und wobei sie ein animirtcs Gespräch mitdem Oberstjägermeister, das sie so eben begonnen, unterbrach.

Daß ihr leiser Wunsch Befehl war, versteht sich vonselbst, und wenn auch das ganze Bouquet darüber zuGrunde gegangen wäre, so würde doch jeder der Anwesendendie Rose mit einem wahren Enthusiasmus hcrvorgezogenund überbracht haben.

Helenens zarte Hand that übrigens den andern Blumenkeinen Schaden; als sie die Rose hervorzog, hatte sie demFauteuil der Prinzessin den Rücken zugekehrt und ehe siesich wieder herumwandte, fuhren ihre leuchtenden Blicke eineSekunde über den Kreis der Herren, die sowohl das Bou-quet als die Rose und das schöne Mädchen mit außerordent-lichem Interesse betrachteten.