Ein kleiner Papierstrcifen. 33
und geistreichsten Cavaliere dem Kriegsministcr empfehlen; einealte Gräfin, der du in ihren vorgerückten Jahren noch das Vergnügen eines Walzers verschaffst, kann mit dem Regenten, Gottweiß wie, Zusammenhängen und ihm eines Tages sagen, es seieine wahre Schande, daß man dich noch nicht zum Major habeavanciren lassen. — In der That, was du im Scherz sagtest,glaube ich im Ernst. Die Hauptsache ist: nur den richtigenAugenblick nicht verpaßt, und du hast das Glück in deiner Hand.Es naht uns oft in gar sonderbaren Verkleidungen; ich habeeinen Freund, der viel auf meine Theorien hielt und der keineGelegenheit vorübergchen ließ, das Glück zu erfassen. EinesTages sieht er vor irgend einer Kirche eine alte, schäbige Land-kutschc in strömendem Regen stehen, und bemerkt eine kleineDamcnhand, die sich unter dem Leder hervor vergeblich bemüht,den Schlag zu öffnen. Er eilt hinzu, reißt die Wagenthür auf,eine junge Dame steigt aus, er begleitet sie unter seinem Regen-schirm bis in die Kirche und nachher wieder an ihre alte Ka-lesche. Siehst du, Felix, in dem Augenblick, da er den Schlagöffnete, hatte er das Glück erfaßt. Das Mädchen war eineimmense reiche Erbin und ist jetzt seine Frau."
„Das ist allerdings ein schönes und lehrreiches Beispiel."
„O, ich weiß noch viel interessantere, wahrhaft erschreckende.In dem königlichen Schlöffe zu C. stand gegen das Ende einesBalles ein junger Kammerjunker, der sehr viel getanzt hatteund müde war, ausruhcnd in einer Fcnstcrvertiefung. Er wäregem nach Hause gefahren, eigene Equipage hatte er keine, undHacklLnder. Der Augenblick des Glücks. I. Z