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Zweites Kapitel.
zu stehen, dazu sind wir zu unbedeutend I der Platz zwischen denParteien ist, wie gesagt, zu gefährlich; also müssen wir unsselbst für eine Partei entscheiden."
„In deinen Worten liegt ein Körnchen Wahrheitaberwozu soll ich mich entscheiden? Wie ich dir schon gesagt, binich der Offizier des Regenten, und was die allerdings mächtigePartei der Prinzessin anbelangt, so —
„Bietet sie dir nichts Lockendes?" fragte der Kammerherrmit einem lauernden Blicke.
„O davon schweige mir!" ries heftig der junge Offizier,„um sie zu gewinnen, konnte ich mich am allerwenigsten dazuentschließen, ein Parteimann zu werden. Wenn auch die Liebegern im Verborgenen wächst und blüht, so haßt sie doch alleWinkelzüge, nach meiner Ansicht nämlich. Ich werde nun nocheine kurze Zeit geduldig abwarten und dann schon erfahren, wiedie Freundlichkeit, mit der Fräulein von Nipperda meine kleinenBewerbungen aufnahm, gemeint war. Spricht ihr Herz nichtfür mich, nun gut, was kann ich thun? — Ich muß ver-gessen. — — Etwas Anderes wär' es freilich", setzte erlebhafter hinzu; „wenn man von Seiten Ihrer Durchlaucht,wie ich fast fürchte, gegen mich in dieser Angelegenheit zuwirken beschlösse. — Ist man nur sonst nicht gnädig gesinnt,was thut's? Ich diene so lang ich kann, und — gehe dannauf meine Güter."
„Auf deine Güter?" fragte der Kammerherr mit einemeigenthümlichcn Lächeln.