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1 (1857)
Entstehung
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Erstes Kapitel

Vogel blicken ließ, da ruhte der crstere jedenfalls mit aufge-stütztem'Kopf an der Fensterbank, die Katze lag schlafend ineinem kleinen Fleckchen Sonnenschein, und der sonst so muntereVogel saß draußen ans dem zackigen Gesims still, fast unbe-weglich, mit gesenktem Kopfe, als finde selbst er es hier un-erträglich langweilig. Die einzige Spur von Leben ließ hieund da die Katze bemerken, denn zuweilen öffnete sie trägeihr blinzelndes Auge und schmachtete, vielleicht mit unterschied-lichen Gedanken an eine fette Beute, nach dem Vogel hin.Wenn aber auch beide nicht durch die Glasscheibe getrenntgewesen wären, hätte die Katze wahrscheinlich doch nicht ihreSiesta unterbrochen, um einen Sprung nach der sicheren Beutezu thun. Sie dehnte sich schnurrend und schien dann wiederin festen Schlaf zu fallen.

Wenn auch die Teppichstreifcn in den Corridors den Klangder Schritte der Beiden dämpften, so tönten doch der klirrendeSäbel des Einen und das gelinde Husten des Andern so lautund nachhaltig, daß es in der That erschreckend war. Aus die-sem Corridor traten sie in weite Säle, wo von den Wändenaus schweren Goldrahmcn nachgedunkelte', fast schwarze Land-schaften herabblickten, wo in den Ecken uralte, ernsthafte Vasenstanden, und wo es ebenfalls so still und feierlich war, daß dasLächeln einer marmornen Venus in dieser Umgebung völlig un-natürlich erschien.

Endlich erreichten die Beiden Gänge und Zimmer auf derwestlichen Seite des Schlosses gelegen, wo es schon ungleich