Druckschrift 
3,1 (1827)
Entstehung
Seite
210
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210 Quelle des Wasserstoffs der Pflanzen.

Baume während des Reifens sowohl an Gewicht als anVolum, wovon das Entgegengesetzte bei den abgepflücklen ]statt findet. In einer vollkommen reifen Frucht, d. h.welche ihren höchsten Zuckergehalt hat, wird dann derZucker gemeinschaftlich mit dem zelligen Gewebe verän-dert; ersterer wird durch eine Art Gährung unter Ent-wickelung von Kohlensäuregas zerstört, während das letz-tere braun wird und seinen Zusammenhang verliert. Zu-gleich dunstet Wasser ab, und es vermindert sich dasVolum der Frucht, wodurch sie runzlich wird.

Aus dem Vorhergehenden haben wir gesellen, wiesich die Pflanzen zwei der unorganischen Elemente, wor-aus sie zusammengesetzt sind, nämlich Kohlenstoff undSauerstoff, zueignen. Wir haben aber nicht gefunden, fwoher sie den Wasserstoff nehmen und den Stickstoff, wel- ichen gewisse ihrer Bestandteile in bemerklicher Mengeenthalten. Man hat viel über die Frage nachgedacht, obWasser auf die Art zersetzt werde, dafs sein Wasserstoffin die ternären Verbindungen eingehen kann. Diefs ist ijedoch nach dem, was wir bis jetzt erfahren haben, nichtwahrscheinlich; entweder würde sich der Wasserstoff mitder Pflanze vereinigen und Sauerstoff abgeschieden wer- [:

den, oder es würde das Wasser sich gänzlich mit dem t,

Kohlenstoff zu ternären Verbindungen vereinigen. Erste- ' j

res scheint nicht der Fall zu sein, weil die Pflanzen in !

einer blofs feuchten Luft, die keine Kohlensäure enthält, I

kein Sauerstoffgas entwickeln. Es bleibt nun übrig zu j

untersuchen, ob Kohlensäuregas und Wassergas gemein- j

schafdich zersetzt werden, so dafs der Sauerstoff, wel-chen man allein von dem Kohlensäuregas herrührend ;

glaubte, theils von der Kohlensäure und theils vom Was-ser entwickelt worden ist, wodurch jedes Blatt sich ausder feuchten, kohlensäurehalligen Luft Kohlenstoff, Was-serstoff und Sauerstoff in dem zu seiner Organisation nö- [diigen Verhältnisse zueignen würde. Diefs läfst sich aberwahrscheinlich nicht beweisen, denn die Versuche kön-nen nicht so angestellt werden, dafs ihr Resultat entschei-dend ausfällt. Man könnte z. B. fragen, ob in wasser-