Kurze Uebersicht
der allgemeinen Erscheinungen der chemi-schen Verwandtschaft.
Schon zu Anfänge des ersten Theiles habe ich; beiErwähnung der Verwandtschaften, den Leser im Allge-meinen mit unseren Kenntnissen von den Kräften, wel-che die Verbindungen der Körper bestimmen, bekanntzu machen gesucht; aber da die Verwandtschaftslehrenicht ohne Beispiele verstanden, und auch diese von An-fängern nicht begriffen werden können, so ist man ge-wöhnlich nicht eher im Stande, diese Lehre zu verste-hen, als bis man sich mit einem grofsen Tlieile chemi-scher Erscheinungen auf dem Wege der Erfahrung hatbekannt machen können. Die Nolhwendigkeit, bei demStudium der Chemie etwas davon zu kennen, veranlagtemich, diese Materie nur im Anfänge des Lelirbuchs kurzzu erörtern, und die Gewifsheit, nun besser verstandenzu werden, bewegt mich, die Aufmerksamkeit des Lesershier wieder darauf zuriickznführen.
Wir können uns die chemische Verwandtschaft derKörper wie eine Begierde vorstellen, die sie, bis zurBefriedigung, unaufhörlich zu sättigen Stichen. Sie stre-ben dabei, in einer solchen Menge und in einem sol-chen Verhältnisse zusanunenzukommen, dafs sie gesättigtwerden, das will sagen, aufhören, ihre Vereinigungs-Verwandtschaft zu äulsern und in Ruhe kommen. EineVerbindung mehrerer einfacher Stoffe, die entweder gänz-lich, oder gröfstentheils aufgehört haben, Vereinigungs-Verwandtschaft zu äufsern, können wir völlig gesät-tigt oder indifferent nennen.
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