Druckschrift 
3,1 (1827)
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

Langsame u. progress. Verbr. mit cblors. Kali. 161

rechnet werden, und folglich fallen alle Fehler, die beiAusführung des Versuches Vorkommen können, auf denWasserstoff; aber der Wasserstoff ist derjenige von denBestandtlieilen des organischen Körpers, welcher in dergeringsten Menge in seine Zusammensetzung eingeht, seinAtom ist, im Vergleich mit dem der anderen, so leicht,dafs ein sehr geringer Fehler leicht ein oder einige AtomeWasserstoff zu viel oder zu wenig giebt. Es ist daherfür jede Analyse organischer Oxyde von der äufserstenWichtigkeit, mit voilkoinnmer Genauigkeit die Mengedes durch die Verbrennung sich bildenden Wassers be-stimmen zu können, weil ohne diesen Umstand keinesichere Berechnung der relativen Atome der Elementemöglich ist.

Ich habe mich einer anderen Vorrichtung bedient,bei der ich hauptsächlich beabsichtigte: 1) eine langsameund vollkommene Verbrennung der organischen Substanz,und 2) eine sichere Bestimmung des Gewichtes von demdurch die Verbrennung erhaltenen Wasser.

Diesen Endzweck erreicht man, wenn das organischeOxyd allein, oder mit einer Base, am liebsten Bleioxydverbunden, in wohl getrocknetem Zustande sein: genaumit dem oxydirenden Körper vermischt, und in einelange, an dem einen Ende verschlossene Röhre gelegtwird. Diese Röhre wird dann nach und nach, von demoffenen Ende an gegen das verschlossene zu, erhitzt. Beimeinen ersten Versuchen wandte ich chlorsaures Kali alsoxydirendem Körper an, und sie winden so bewerkstel-ligt, dafs der zur Untersuchung bestimmte Körper sehrgenau in einer bis zu -j-100° oder darüber erhitzten Reib-schale mit 5 bis 6 Th. trocknem chlorsauren Kali, undhierauf mit dem 10 bis 12 fachen, vom Gewichte des Ge-menges, kurz zuvor geschmolzenem Kochsalze vermischtwurde. Diese Mengung mufs sehr gut gemacht -werden,und die Reibschale während des Mengens beständig sehrheifs sein. Man hat darauf zu sehen, dafs man keineschwitzende Hände habe, und dafs nicht die ausgeathmeteleuchte Luft auf die Masse komme, wodurch sie leichtIII. 11