Chemische Verwandtschaft.
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sowohl bei verschiedenen Proportionen der-selben Körper, als bei mehreren verschiedenenKörpern unter sich.
1. Wenn sich der Körper A mit dem Körper B inmehreren Verhältnissen, z. B. A-J-B, A-J-2B, u. s. w.verbinden kann, so geschieht es gewöhnlich, dafs inA-)-2B das eine B von A mit stärkerer Kraft als dasandere gebunden gehalten wird, wodurch ein B vonA-(-2B durch eine Kraft, die das andere B nicht weg-zunehmen vermag, abgeschieden werden kann. Biswei-len, obgleich seltener, geschieht es, dafs A mit stärkererVerwandtschaft 2B als iß zurückhalten kann, so dafsA-|-B mit Leichtigkeit zersetzt wird, wenn hingegenA-j-2ß einer weit grölseren zersetzenden Kraft wider-steht.
Beispiel: Das Eisen verbindet sich mit Sauerstoff in
zwei Verhältnissen, zum Oxydul und zum Oxyd; mehrereandere Metalle reduciren das Eisenoxyd zu Oxydul undnehmen die Menge Sauerstoff auf, welche letzteres zumOxyd machte, ohne dafs sie jedoch das Oxydul zum Me-tall reduciren können. Das Eisen hält folglich den Sauer-stoff im Oxydul mit einer stärkeren Kraft zurück, als denSauerstoff, der hinzukömmt und das Oxydul in Oxyd ver-wandelt. — Im Quecksilberoxydul hält das Metall denSauerstoff mit einer so schwachen Affinität, dafs das Oxy-dul sowohl im Tageslicht, als auch bei dem Erwärmenoder bei dem Reiben in der Hand, zu metallischem Queck-silber reducirt wird, da im Gegentheil die doppelte MengeSauerstoff, welche das Metall im Oxyd aufnimmt, zu ihrerAbscheidung Glühhitze fordert. — Es ist sehr schwer, dasZinnoxyd auf gewöhnliche Art zu Metall zu reduciren,aber das Oxydul wird sehr leicht wieder hergestellt.
2. Wenn zwei Körper, A und B, zu einem dritten,C, eine Verwandtschaft von ungleicher Stärke besitzenund der Unterschied in ihrer Verwandtschaft so beschaf-fen ist, dafs A gerade eine doppelt so grofse Verwandt-schaft hat als B, so entsteht (unter Voraussetzung einergleichförmigen Berührung zwischen allen dreien, und dafs