Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

222

Achtzehntes Kapitel

pagen, die ihm nach einer kleinen halben Stunde entgegenrollten. Er ließ den Wagen des Regenten, worin diesermit der Prinzessin Elise saß, ehrfurchtsvoll vorbei passirenund zwang sein unruhig gewordenes Pferd alsdann dichtan den Schlag der nachfolgenden Kalesche hinan, aus demsich ihm eine kleine Hand entgegenstrcckte, die mit raschemängstlichein Druck seine Finger umspannte.

So ist es wahr?" fragte Helene von Rippcrda mitzitternder Stimme,Sie haben sich geschlagen? Sind Sicverwundet?"

Weder das Eine noch das Andere," entgcgnete la-chend Herr von Fernow.Se. Ercellcnz der Oberstjäger-meister, Baron von Rigoll und ich, wir trennten uns untereinigen Freudenschüsscn, welche die vortreffliche Wirkung hatten,daß wir ohne Groll von einander schieden, und daß künftigKeiner mehr den Andern um seine Augenblicke des Glücksbeneiden wird. Und an Augenblicken des Glücks," setzteer mit sanfter Stimme hinzu, indem er sich gegen die Ka-lesche hinab beugte,soll es uns doch wahrlich nicht fehlen.Nicht wahr, meine geliebte Helene?"

Sie antwortete nicht, aber er fühlte den leichten Druckihrer Finger, mit denen sie seine Hand umschloffen hielt.

Und so zogen die beiden glücklichen Menschen dahinam würzigen Frühlingsabend unter Sterngeflimmer, Blüthen-schnee und Nachtigallenschlag. Waren das nicht schon wie-der Augenblicke des Glücks?