Sechzehntes Kapitel.
Rosa.
Herr Kriinpf bewohnte eine Dachstube, die ziemlich ein-fach möblirt war. Dieselbe lag in stiller Einsamkeit imvierten Stock des uns wohlbekannten Hauses in der Psahl-gassc, weshalb der Bewohner von Besuchen nicht sehr ge-stört wurde; ja, die beinahe einzigen lebenden Wesen, diesich hier oben sehen ließen, war der Vater einer gegenüberwohnenden Sperlingfamilie oder ein paar Katzen aus derNachbarschaft. Diese Stille und Ruhe neben dem etwasstarken Bordeaux, den der kleine Maler an jenem Abendzu sich genommen, war denn auch wohl Schuld daran,daß er am darauf folgenden Morgen länger als gewöhnlichschlief. Herr Krimpf war sonst, namentlich während desSommers und .Herbstes, sehr frühzeitig auf und liebtees, die ersten Strahlen der aussteigenden Sonne zu begrüßen.Daß er dies aber, wie unzählige andere Menschen, mitfreudigen Gefühlen that, können wir grade nicht behaupten;