Keine Rose ohne Dornen.
147
fast blutig, zog den Athen: mühsam an sich und that einenraschen Schritt vorwärts gegen den Mann, der es wagte,an einem Ort, wie der, wo sie sich befanden, ihn so grau-sam zu beleidigen. — Glücklicherweise aber war es derOberstjägermeister, der ihn durch eine hastige Bewegungrückwärts eben so schnell wieder calmirte, als er den flam-menden Zorn des Majors erregt hatte. Ja, Seine Excel-lenz trat fast hinter die Fenstervorhänge, streckte die rechteHand von sich und rief erschreckt aus:
„Ich bin wehrlos und Sie bewaffnet. Vergessen Sieaber nicht, daß wir in: Schlosse sind!"
Wie gesagt, diese heftige Bewegung des Obcrstjäger-meisters ließ allen Zorn des jungen Mannes plötzlich ver-schwinden, seine Muskeln spannten sich ab, und indem erin einem verächtlichen Tone sagte: „In der That, ich werdees nicht vergessen, wo wir sind, und wen ich vor mirhabe!" wandte er sich ohne Verbeugung, ohne Gruß umund verließ mit raschen Schritten den Audienzsaal. Trotzalledem aber pochte ihm das Herz doch gewaltig, als erüber den Corridor ging und die Treppen hiuabstieg, diezur Wohnung des Regentei: führten. ES war gut, daß"der Weg, den er zu machen hatte, ziemlich lang war unddaß er sich deshalb so weit beruhigen konnte, um ganz ge-faßt in daS Zimmer des Herrn Kindermann einzutretcn.Mit einem aufgeregten verstimmten Wesen hätte der jungeOffizier auch durchaus nicht in die Nähe des alten Kammer-
10 *