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Fünfzehntes Kapitel.
erhalten. Wenn dem in der That so ist/' fuhr sie fort,und dabei blitzte eine kleine Bosheit in ihrem Auge, „soist es besser, ich drücke hier auf die Feder."
Sie that so und das Sopha theilte sich in der Mitteund bildete zwei einander gegenüberstehende Fauteuils.
„Sie wollen mich also nicht an Ihrer Seite?" fragtelachend der Regent.
„Das Gesicht Eurer Hoheit ist mir in der That zuernst zu einer mir sonst so angenehmen Nachbarschaft. Auchkönnen Sie mich bester ansehen, wenn ich Ihnen gegenüber-sitze, das heißt einfach, um zu erfahren, ob die Strafpredigt,die ich erhalten soll, auch ihren Eindruck auf meinen Leicht-sinn nicht verfehlt."
„Sie erwarten also eine Strafpredigt?" meinte derRegent, nachdem er sich vis-s-vw der jungen Dame nie-dergelasten. „Also haben Sie ein böses Gewissen?"
„Das hat man Ihnen gegenüber nur zu leicht, Ver-ehrtester Herr und Vetter," versetzte die Prinzessin. „AberScherz bei Seite, diesmal glaube ich, daß ich Allem, wasda kommen mag, mit der größten Ruhe entgegensehenkann."
Sie hatte sich bei diesen Worten in den Fauteuil zu-rückgelehnt, und als sie hierauf ihr Gegenüber mit einemfesten Blick ansah, so hätte jeder Andere diesen Blick füreinen Blick der vollkommensten Unschuld gehalten. Nichtso der Regent. Er wußte wohl, was das seltsame Feuer