Keine Rose ohne Dornen.
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sie noch den ersten Stock des Schlosses erreicht hatten, hör-ten sie Herrn Steppler, der droben wartete, ehrerbietigsthusten. Der Kammerdiener Ihrer Durchlaucht meldete demRegenten ganz unterthänigst, daß Ihre Durchlaucht sich inihrem Boudoir befinde und sehr erfreut sei, dort den BesuchSeiner Hoheit zu empfangen.
Warum der Regent bei diesen Worten eigenthümlich,fast schmerzlich lächelte, und warum er einen langen Blickin einen der großen Spiegel des Vorzimmers that, wissenwir nicht ganz genau anzugeben. Er durchschritt leicht undelegant den Salon, Speise- und Frühstückzimmer, die Bi-bliothek, und wer ihn so dahin gehen sah, aufrechten Haup-tes, in der festen militairischen Haltung, den großen Schnurr-bart leicht nach oben gedreht, mußte von ihm sagen: „Dasist ein vornehmer und schöner Herr."
Pünktlich, wie er als Militair gewohnt, ließ er dieGlocke in dem Bibliothekzimmer Zehn ausschlagen, dannschob er den Gobelin auf die Seite und trat in das Bou-doir. Hatte ihn die Prinzessin noch nicht erwartet, odervorher noch eine Meldung befohlen, genug, sie wandte sichüberrascht, fast erschrocken bei seinem Eintritt von ihremSchreibtisch, vor welchen: sie stand, ab und drückte denDeckel eines Etuis, welches sie in der Hand hielt, so hastigzu, daß es laut knackte. Dies entging dem Regenten nicht,und wenn er nicht vollkommen Herr seiner selbst gewesenwäre, so hätte wohl eine leichte Wolke seine Stirn getrübt;