Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Keine Rose ohne Dornen.

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freuen, Seine Hoheit um zehn Uhr zu sehen, bevor sichIhre Durchlaucht zu der Frau Herzogin begäben. HerrKindermann hatte das sehr langsam und mit einem Lächelngemeldet, das für diejenigen, welche diesen würdigen Manngenauer kannten, etwas Forcirtes hatte. Herr Kindermannbefand sich in einer gespannten Aufregung. Der Munddes Regenten war verschlossen wie das Grab; glücklicher-weise befahl er die Uniform des Leibdragonerregiments,und da hoffte der Kammerdiener schon durch das bekannteManöver mit dein Säbel zu einer ganz unterthänigen Be-merkung, respektive Frage zugelassen zu werden. Bevoraber noch Herr Kindermann dem Garderobediener die nöthi-gen Befehle in Betreff der Uniform geben konnte, hatteder Regent schon sich eines Andern besonnen und wünschteeinen einfachen bürgerlichen Anzug. Dieser an sich gering-fügige Umstand gab den: Herrn Kindermann neuen Stoffzum Nachdenken, und in dieses Nachdenken mischte sich eingewisser Schmerz, da Seine Hoheit auf die nothwendigenFragen nur mit Kopfnicken, höchstens mit Ja und Neinantwortete. Schlug das Es-Bouquet-Mittel fehl, so warnichts mehr zu hoffen. Und auch dieses schlug fehl; dennals der Regent den Duft desselben empfunden, stimmte erihn nicht weich, wie Herr Kindermann sonst zu bemerkenpflegte, machte ihn auch nicht nachdenkend, sondern er fuhrhastig mit der Hand über die Stirn, nickte mit dem