Keine Rose ohne Dornen.
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und bildeten so zwei reizende Winkel, wohin sich die Prin-zessin gerne zum Lesen zurückzog. Deshalb befand sich auchneben diesem Zimmer in einem kleinen Gemach die ausge-wählte Bibliothek Ihrer Durchlaucht, reich an guten Aus-gaben der bedeutendsten Schriftsteller und Dichter, besondersaber an prachtvollen Kupferwerken aller Nationen. Nebendieser Bibliothek war dann die Ecke des Schloßflügels, dendie Prinzessin bewohnte, und hier war ihr Boudoir, wosie nur ihre genausten Bekannten sah und von wo esalsdann in jene Theile ihrer Appartements ging, inGemächer, über welche wir nur von' den Kammerfraueneinige Details erhalten könnten, wenn es für unsere wahr-haftige Geschichte von Interesse wäre. Da folgten sichToilettenzimmer, Schlafzimmer, Badekabinet, Garderobe,Zimmer der Kammerfrauen, und das Ganze beschloß einVorzimmer, in welchem sich die Dame vom Dienst aufzu-halten pflegte, wenn die Prinzessin deren Gesellschaft geradenicht wünschte.
Das Boudoir nun in der Ecke des Schlosses, welcheszugleich Schreibkabinet war, hatte die Prinzessin auf'sZierlichste und Geschmackvollste eingerichtet. Die Wändewaren mit rosa und weißgestreistem Seidenzeug bezogen,und aus den Lambris von edlem Holze traten an jederderselben einfach edel geschnittene Consolen hervor, die ab-wechselnd eine schöne kleine Marmorstatue oder eine präch-tige Vase trugen. Ein Schmuck dieses Zimmers waren die