Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

Keine Rose ohne Dornen.

103

selbe für die Prinzessin Elise bestimmt, und die Herzogintrat ihr dergleichen Spielereien, wie sie es nannte, um sobereitwilliger ab, da ihr Sinn das Einfache liebte und des-halb ihre Zimmer auch so bescheiden möblirt waren, wieman sie kaum bei einem wohlhabenden Privatmanne findet.

Das Vorzimmer der Prinzessin neben dem Speisesaalkennen wir bereits. Ueber demselben befand sich ein äbn-liches, das an einen Salon stieß, wo Ihre Durchlaucht diekleineren Gesellschaften zu versammeln pflegte. VergoldeteMöbel waren hier freilich nicht zu finden; dagegen warenSessel und Fauteuils von Palisanderholz, alle reich ge-schnitzt, und nach Zeichnungen von guten Künstlern-ange-sertigt. In den Ecken befanden sich Blumenparticn undkleine Marmorstatuettcn und an den Wänden Bilder. Die-ser Salon hatte ein einziges großes Fenster, aus einereinzigen riesenhaften Scheibe bestehend, welche durch einensinnreichen Mechanismus vermittelst des leichten Druckesauf eine Feder in den Boden versank. Vor diesem Fensterbefand sich eine Altane, mit einem weißen Marmorbrunnen,der seine klaren Strahlen hoch hinauf sprühte, und dieseAltane selbst war durch Schlingpflanzen, die sich zwischenOrangen- und Citronenbäumen empor wanden, zu einerprachtvollen Laube umgewandelt, die au warmen Tagen einenentzückenden Aufenthalt bot.

An diesen Salon stieß ein kleines Speisezimmer, dessenWände mit geschliffenem Eichenholze bedeckt waren, worin