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Vierzehntes Kapitel.
„Es scheint nur, deine Genesung macht dir kein be-sonderes Vergnügen," sagte Herr von Fernow, als er be-merkte, wie der Kammerherr in tiefen Gedanken versunken,vor ihm stand. — „Den Teufel auch, ich glaube fast, dieLiebe zu deiner kleinen Nachbarin ist dir tief in's Herz ge-gangen, und es thut dir leid, keinen Vorwand mehr zuhaben, um den ganzen Tag am Fenster zu stehen."
„Meinst du-in der That?" fragte Herr von Wenden:doch war es ihm nicht unlieb, daß sein Freund der Ansichtwar, der Zimmerarrest habe ihn in der That nicht so ge-schmerzt, als dies in Wirklichkeit der Fall war. Auchhatte es der eitle Kammcrhcrr von jeher geliebt, für einenunerbittlichen Eroberer zu gelten, obgleich seine Eroberungenselten Eroberungen zu nennen waren. Er machte einen ver-gnüglich gespitzten Mund, strich mit der linken Hand überdas glatte Haar und lächelte zu dem andern Fenster hin-über, wobei er einen leichten Seufzer-affcctirte. „Du hastwahrhaftig nicht ganz Unrecht," meinte er, „und wenn dudas schöne Mädchen kenntest, so würdest du begreifen, daßes sich um sie wohl einer außerordentlichen Mühe verlohnt."
„So gib dir außerordentliche Mühe," entgegnete Herrvon Fernow, indem er seine Uhr herauszog und alsdannlebhaft ausrief: „Was? fast Mitternacht! — Von morgenan," fuhr er in gewöhnlichem Tone fort, „hast du voll-kommen Zeit und kannst eine weitere Parallele verschieben,um deine schöne Festung einzunehmen. Wenn ich dir dabei