Eine goldene Brücke.
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um eine Audienz bat. Herr von Fernow durchflog dasPapier und blickte fast zweifelnd zu dem Kammerherrnempor.
„In der That," sagte er alsdann, „diese Zeilen kannman auf eine freundschaftliche Art für dich benutzen und ichwerde es thun. Vor der Hand aber," setzte er lächelndhinzu, „erlaube mir, dir bestens zu gratuliren, daß deineGesundheit so plötzlich wieder hergestellt ist. Seine Hoheitwünscht morgen früh beim Rapport von dir selbst zu er-fahren, ob dein Leiden ein bedeutendes gewesen oder nicht."
Dem Kammerherrn entfuhr fast ein leichter Seufzer,als er vernahm, daß sein Zimmerarrest nun aufgehört habe.Nicht als ob ihm dies unangenehm gewesen wäre, aber ersah aus der Art und Weise seines heutigen Gesprächs mitFernow, wie sehr dieser beim Herzog in Gunst stehen mußte,und sühlte dabei neidisch, wie richtig seine Theorie vomAugenblick des Glücks gewesen,
Als Beide damals vor dem großen Blumenstrauß ge-standen, da hatte Beide das Glück umschwebt; und es lä-chelte dem, der es richtig erfaßte. Und dies war Fernowgewesen. Hätte er selbst in jenem Augenblick sich statt links zurPrinzessin, nach rechts zum Herzog gewandt, so war dieganze Sache umgekehrt, und er hatte vielleicht einen Ge-sandtschaftsposten in der Tasche. Ja, das Glück ist launen-haft: es hilft nicht, nur den rechten Augenblick zu begreifen,man muß ihn auch auf richtige Art ergreifen.