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Vierzehntes Kapitel.
interessantesten Erlebnissen eines Kammerherrenlebens. Daßder Baron hastig das Schreiben ergriff, versteht sich vonselbst, ebenso, daß er mit Vergnügen die Ausschrist voneiner feinen Damenhand sah, und nicht minder, als er ansdem Siegel das herzogliche Wappen erkannte.
Der Kammerdiener zog sich einige Schritte zurück, derBaron rückte die Lampe näher und erbrach in der größtenEhrfurcht das Siegel. Daß der Brief von der PrinzessinElise kam, hatte er an Schrift und Petschaft erkannt, daßer einen freundlichen Dank enthalte für seine Bereitwillig-keit ihr unbedingt seine Dienste widmen zu wollen, ahnteer; öffnete aber trotzdem in einiger Aufregung das zierlichzusammengelegte Blatt. „Mein lieber Kammerherr vonWenden/ schrieb die Prinzessin; — die Anrede war gutund.viel versprechend, und der Brief selbst mußte seinemInhalte nach diese Aufschrift wahrhaftig rechtfertigen, ja ermußte interessant und pikant sein; denn das spiegelte sichdeutlich in dem seltsamen Gcsichtsausdruck, mit dem derKammerherr das Blatt anstarrte. Auf seinem Gesichte warUcberraschung, ja einiges Erschrecken deutlich zu lesen. Erdurchlief das Schreiben einmal, zweimal, er las es zumdritten Mal. Er schüttelte mit dem Kopfe, er fuhr mitder Händler Stirn und Augen und las dann zum vier-ten Male, um sich zu überzeugen, daß er sich nicht geirrt.— Nein, hier war kein Jrrthum möglich; da standen dieWorte in den ihm wohlbekannten scharfen und ausdrucks-