Wiederum im Kabiuet des Regenten.
67
Veiten Robe verloren sich nach dein Hauptportale zu. Herrvon Fernow eilte unwillkürlich nach. Er wußte, daß erdie Beiden nicht mehr erreichen konnte, er wollte sich nurdas unaussprechliche Vergnügen machen, die beiden traulichBeisammensitzenden davonfahren zu sehen.
Jetzt fuhr ein Wagen vor, man hörte den Tritt her-abschlagen, dann die Stimme Seiner Exeellenz, welche demKutscher die Wohnung des Fräuleins von Ripperda angab,und die Equipage rollte davon. Der arme Adjutant standin diesem Augenblicke unter dem Hauptportal. Was hätteer um die Stelle des Oberstjägermeisters gegeben! Nebenihr int engen Wagen ruhen zu dürfen, ein freundlichesWort mit ihr plaudernd, vielleicht sanft ihre Hand berüh-,rend — o Gott, daß Träumereien, und namentlich Träu-mereien eines Unglücklichen so extravagant sind!
Ein zweiter Wagen hielt noch bei der Anfahrt, derWagen der schönen Hofdame. Der Kutscher wollte geradeseine Pferde wenden, mn leer in die königlichen Stallungenzurückzukehrcn, als ihm Herr von Fernow zurief zu, halten.Auf den Thürmcn schlug es eilf Uhr, es war eine guteStrecke bis zur Wohnung des Baron Wenden. Warumsollte er sich nicht erlauben, einen leeren herzoglichen Wagenzu benutzen! Und — woran er wohl dachte, und wasihm einen süßen Schmerz bereitete — ihren Wagen!
Der Lakai, der neben dem Coupe staud, öffnete dem
Adjutanten bereitwillig den Schlag, dieser nannte die Woh-
5 »