Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
41
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Wiederum im Kabiuet des Regenten. 41

Wartung und daß der Kammerdiener der Herrschaft selbst,ich dazumal, allabendlich bei dem alten Mopse die silberneNachtlampe anzünden mußte. Und das Thier hatte Ver-stand , wie ein Mensch, denn wenn das Licht nicht brannteoder ausging, so bellte es so lange, bis Jemand kam."

Es ist ganz erstaunlich," erwiderte Herr Kindermannmit einem süßen Lächeln;und doch wenn Sie mirs nichtübel nehmen, bester Freund, so waren die Zeiten für denRegierenden damals viel besser. Erinnern Sie sich nochder Tante des höchstseligen Herrn, die sich nie im Gering-sten in irgend eine Angelegenheit mischte, die harmlosesteDame der ganzen Welt, die ruhig lebte; und ruhig lebenließ."

Ja wohl, ja wohl, die zufrieden war, wenn sie vierStunden des Tages spazieren fahren konnte, die Pferde imlangsamsten Schritt, wie vor einem Leichenwagen, und diesich zur Unterhaltung jeden Tag ein kleines Körbchen mitWcidenruthen auf's Zimmer bringen ließ, die sic geduldigeine nach der andern auf dem Tisch zerklopfte"

Gelt, alter Freund," sagte Herr Kindermann, indemer sein Glas empor hob und pfiffig lächelnd durch die gold-gelbe Flüssigkeit nach seinem Collegen hinschielte,das warenandere Zeiten. Ich möchte wohl mal sehen, wenn wir IhrerDurchlaucht der Prinzessin Elise ein Körbchen Weidenru-then auf's Zimmer setzten, ob sie sie auch aus dem Tischezerklopfte."