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Zwölftes Kapitel.
Eigentlich hätte Herr von Fernow sich für dieses Com-pliment bedanken müssen, er war auch im Begriffe, es zuthun, um nicht aus der Rolle zu fallen; doch begleiteteHerr Krimpf seine letzte Mde mit einem so sonderbarenLächeln und seine Augen blitzten über das Glas so ver-rätherisch herüber, daß der Major auf die Idee kam, derkleine Buckelige kenne ihn am Ende ganz genau.
Es war gut, daß in diesem Augenblicke das Nacht-essen gebracht wurde. Herr Krimpf ließ sich nicht nöthigen,griff tapfer zu und trank auch mehr von dem Bordeaux,als er sich im Anfang vorgenommen haben mochte. Nach-dem das kleine Souper zu Ende war, bot der fremde Herrseinem Gaste eine Cigarre an, welche Franz Joseph Maiermit außerordentlichem Danke annahm. Er hatte eine großeSchwäche für gute Cigarren, und wir müssen leider ge-stehen, daß er einen unverhältnißmäßigen Theil seines Ein-kommens in Rauch aufgehen ließ. Vorsichtig, wie er war,sah er genau auf das hin, was der Major aus seinerCigarrendose hervorzog, betrachtete sich die Art, wie erdas that, die Hände, ferner das einfache elegante Etuiund dann prüfend die Cigarre selbst, ehe er sie anzün-dete. Kaum hatte er den ersten Zug gethan und denDampf, langsam genießend, wieder ausgestoßen, so sagteer: „Herr Müller rauchen ein vortreffliches Kraut." Seinegeheimen Gedanken bei diesen Worten aber waren: Ichhabe mich nicht geirrt, das ist weder Herr Müller, noch