Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
21
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Ein freundschaftliches Souper.

A

ein reisender Kaufmann, das ist jener Offizier vom Gefolgedes Regenten.

Der Major hatte sein Glas ausgetrunken und schenktesich und seinem Vis-s-vis ein. „Also Sie sind Lithograph?"sagte er nach einem augenblicklichen Stillschweigen, „liefernauch Portraits? Das trifft sich gut. Ich habe einen kleinenAuftrag in dieser Richtung, und wenn Sie mir Ihre Adressegeben wollen, so werde ich mir erlauben, Sie morgen zubesuchen."

„Eine Visitenkarte besitze ich nicht," sprach lächelndHerr Krimps, „kann aber meine Adresse auf ein StückchenPapier schreiben. Der Speisezettel ist überflüssig groß, einenBleistift Hab' ich bei der Hand; das ist gleich geschehen."Er riß ein Stück Papier herunter, schrieb einige Wortedaraus und übergab den Zettel. Herr von Fernow las:„Maier, Lithograph, Rosengasse Nro. 86."

„Sie haben in Ihrem Geschäft viel zu thun?" fragteFernow nach einer kleinen Pause.

> „O ja," erwiderte Herr Krimps, „so ziemlich, baldwenig, bald viel. Man schlägt sich durch und lebt voneinem Tag zum andern, so gut es gehen mag."

„Und hatten Sie Lust zu Ihrem Geschäft, haben Siees aus Liebhaberei ergriffen?"

„Wie Sie mich da sehen," sprach Herr Krimps, undein Schatten flog über seine Züge, „so mußte ich ein Ge-schäft ergreifen, dem mein schwacher krüppelhaster Körper