Ein freundschaftliches Souper. 19
mengesührt werden können. Und doch sind Sie mir nichtganz fremd. Ich erinnere mich, Sie schon irgendwo ge-sehen zu haben; vielleicht ist es Ihnen mit mir gerade soergangen."
„Kann mich wahrhaftig nicht erinnern," entgegneteHerr Krimpf mit der größten Unbefangenheit. „Ich mußwirklich nie das Glück gehabt haben, den Herrn — ver-zeihen Sie mir, aber ich habe nicht die Ehre, Ihren Na-men zu kennen."
„Thut nichts zur Sache. Indessen heiße ich Müller,Kaufmann Müller; — Reisender, bin ziemlich fremd hierin der Stadt." — Richtig, dachte der kleine Mann, derwill mich aus irgend einem Grunde einseifen.
„Darf ich nun auch meinerseits wissen, mit wem ichdas Vergnügen habe?" fragte Herr von Fernow nach einerPause.
„Ist eigentlich nicht der Mühe werth, Herr Müller;aber wenn Sie mir erlauben, so heiße ich Franz JosephMaier, ein unbedeutender Lithograph!" — Der Majorkniff die Lippen zusammen. „Krimpf verheimlicht seinenNamen," sprach er zu sich selbst. — „Habe fast gar keineBekanntschaften," fuhr der Andere fort, „komme wenig ausdem Hause. Hätte ich aber jemals das Glück gehabt,Herrn Müller zu sehen, so würde ich einen — verzeihenSie mir — in der That so interessanten Kopf schon alsKünstler nie vergessen haben."
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