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2 (1857)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

etwas Abstoßenderes und Unangenehmeres sehen. Dabeientging ihm das Lauern der Blicke nicht, das fast höhnischeLächeln um den Mund. Gewiß, daß er es mit einemschlauen Gegner zu thun hatte.

Jetzt war die Speisekarte studirt. Herr Krimpf hattebescheidene Wünsche, und der Andere hütete sich wohl, ihmzu viel aufdringen zu wollen. Da sie aber natürlicherWeise gemeinschaftlich tranken ^ so ließ Herr von Fernownicht ohne Absicht einen guten Bordeaux kommen, mitdessen Hülfe er hoffte, die Zunge seines Gastes zu lösen.

Herr Krimpf trank recht gern Wein, namentlich gutenWein, und wenn er auch anfänglich nur an dem Glasenippte, und mit der purpurnen Finsterniß in demselbenliebäugelte, so war doch der Dust des vortrefflichen LaRose zu verführerisch, als daß es lange dauerte, bis ersein Glas ausgeschlürft hatte, das ihm bereitwillig wie-der gefüllt wurde. Bei dem Geschäfte dös Austrinkensüberlegte er und sagte zu sich selber: „Wenn der Herr

da drüben wirklich etwas mit dir vor hat, so muß erwissen, wer du bist, was du treibst, und wenn er dar-auf anspielt, so. haben wir uns doppelt in Acht zu neh-men."

„Es ist eigenthümlich," sprach der Offizier nach einerPause, wobei er sich in den Stuhl zurücklehnte und auf-merksam die Gasflamme über dem Tische betrachtete, „wiezwei gänzlich fremde Leute durch Zufälligkeiten zusam-