<$&> ()
Mann“ statt ihrer zu senilen. Und was solches dem Dekan anBotenlohn und Zehrung kostete, das sollten die Mitglieder untersich aufbringen, und dem Dekan erstatten.
Es unterschied sich also diese Gesellschaft in ihrem Zweckund der dadurch bedingten innern Verfassung wesentlich vonallen frühem Rittervereinen des I4ten und löten Jahrhunderts.Wenn diese nämlich die Aufrechlhallung des Landfriedensund Sicherung des Itechtszuslandes gegen die Willkür des Stär-kern zum Gegenstände hatten, und nur Einige damit religiöseBeziehungen verbanden, um dadurch ihrem Bunde gleichsam diehöhere Weihe zu geben, so ist hier die religiöse Tendenzdie vorherrschende, an die sich zugleich eine sehr achtcnswerthe,sittliche anschliesst. Es ist gar nicht zu berechnen,bis zu welcher Bedeutung sich dieser Orden erho-ben haben würde, wenn nicht die bald darauf ein-tretenden kirchlichen Veränderungen der ganzenZeit eine andere Richtung gegeben und das Fort-bestehen des Bundes gestört hätten. Sehen wir ihnschon in seiner ersten Begründung aus einer hohem Idee her-vorgehen, so zeigt sich sogleich bei der ersten Erweiterungdesselben auch der Zweck erweitert, viel allgemeiner gefasst undauf das gerichtet, was damals für ganz Deutschland Noth that.Noch zweimal erhielt er, in dem kurzen Zeiträume von nichthundert Jahren, eine äussre Ausdehnung — er trug also daswesentliche Kennzeichen alles Trelllichen und Probchaltigen ansich: Entwickelungsfähigkeit und Perfektibilität.
Als äusseres Zeichen ward eine Ordenskette gewählt,deren Glieder aus Marterwerkzeugen, einer Art Sägen, in denUrkunden Premsen genannt, mit eingepressten Herzen bestanden.An dieser Kette hing das Bild der Jungfrau Maria mit demChristuskindc von Strahlen umgeben, unter demselben einSchwan, in einer kreisförmig geschlungnen Binde. Die Urkundevon 1440 sagt darüber nur Folgendes:
„Den U. L. Frauen-Orden tragen wir in solcherAndacht und Meinung, dass unser Herz in Betrach-tung unserer Sünde in Bitter- und Wehtagen gleichwie in einer Premsc sein soll, und wir der Gnadeund Hülfe, die uns die Jungfrau Maria erworbenhat, in unsorm Herzen nicht vergessen, und dasswir auch unser Ende, gleich dem Schwan, zuvor beden-