Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
298
Einzelbild herunterladen
 

298

Er hatte wirklich während jener Invasion eine Armee von fünftzehntausend Mann zusammengcbracht, diese wollte er nun mitZustimmung des Parlaments auf den Beinen hatten. Unter die-sem Heere waren bereits mehrere Katholiken als Officiere ange-stellt , welche sich durch treue Dienste ausgezeichnet hatten; nachdem Gesetze aber waren sie unfähig, eine Stelle zu bekleiden. DieHabeascorpuö-Acte hatte der verstorbene König nicht nur bestätigt,sondern noch verbessert; Jakob aber erklärte, wenn nicht dieseActe geändert würde, die Regierung sich der zu ihrem eigenenSchutze nöthigen Waffen beraubt sehen müsse. Die Mitgliederdes Geheimenratheö waren, wie zu erwarten war, in Hinsicht die-ser Punkte verschiedener Meinung. Die Errichtung eines stehen-den Heeres, hieß es, führe zum Despotismus, und die beidenandern Punkte gefährden die Staatsreligion und die Freiheit.Besonders äußerten sich der Präsident des Geheimenrathes, Mar-guis von Halifax und Graf Rochestcr dagegen, dafür aber erklärtesich der schlaue Sunderland, absichtlich um sich auf Unkosten Ro-chesters in der königlichen Gunst zu heben, und so bestärkte er denKönig in seinen kühnen Entwürfen. Dazu kam noch die Aushe-bung des Edicts von Nantes, wodurch Schaaren von französischenFlüchtlingen Schutz gegen Verfolgungen auf englischem Bodensuchten und fanden, und nun glaubte man, der König stehe in einemheimlichen Einverständniß mit Ludwig von Frankreich, obschoner öffentlich jede Art von Religionsverfolgung mißbilligte, ja so-gar das Loos dieser Unglücklichen zu erleichtern suchte. Dennocheiferten Presse und Kanzel mit Ungestüm gegen die so genannteUnduldsamkeit des Papismus. Als das Parlament eröffnet wor-den war, fand der König die erste Opposition hinsichtlich seinerVorschläge, und die Mitglieder des Oberhauses folgten bald nach.

Der König hatte schon bei seiner Thronbesteigung wegen derAngelegenheit der Katholiken einen vertrauten aber nicht ossiciel-len Agenten nach Rom geschickt. Dagegen schickte Papst Jnno-cenz XI. den Grasen Ferdinands d'Adda, als Botschafter,jedoch ohne allen öffentlichen Charakter, nach London. Diesersollte dem König es ans Herz legen, die religiösen Vorurtheilederer, unter denen er leben müsse, zu schonen; seinen Eifer mit