Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266

mentsacte genöthigt, England zu verlassen (1667). Er gierig nachFrankreich und starb zu Rouen in der Normandie im Jahre 1674.

Auch das Duldungögesetz kam jetzt wieder in Anregung. DieDeclaration von Breda hatte den verschiedenen Religionsparteien„den zarten Gewissen" Duldung und Schonung zugestchert; alleindie Zusage wurde auf eine schreiende Weise gebrochen. Man hatteDuldung versprochen und angenommen; der König ward wiederin seine Rechte eingesetzt, eben so die englische Kirche, und nun,da der Preiß bezahlt war, ward das Erkaufte zurückgehalten, stattder Duldung erlaubte man sich systematische Verfolgung. Dochdieser Treubruch kommt nicht auf die Rechnung des Königs; ersuchte, womöglich, sein Versprechen zu erfüllen; aber seine bigottenMinister gaben den Vorurthcilen und rachsüchtigen Bestrebungendas Parlaments gesetzliches Ansehen. Strenge Untersuchungen,Processe, Geldbußen, Gefängnisse und. Landesverweisungen warendie traurigen Folgen dieser Maßregeln.

§. 96.

Inzwischen entstanden Klagen gegen die Holländer, als welcheden englischen Seehandel immer mehr beeinträchtigten. Es hieß,der von Cromwell mit Holland abgeschlossene Vertrag sey nichterfüllt worden; die Holländer maßten sich an, englische Handels-schiffe von den besuchtesten Seehäfen auözuschließen u. s. w. End-lich kam es zum Beschluß, den Holländern die Spitze zu bieten.Unter dem Lord-Ober-Admiral, dem Herzog Jakob von Uork,Bruder des Königs, gieng die furchtbarste Flotte, die England jegesehen hatte, in die See. Ihr gegenüber erschien alsbald eineebenfalls mächtige holländische unter dem Oberbefehl des erfahre-nen Admirals Opdam. Obgleich die Holländer kampflustig undvoll Siegeshoffnungcn waren, so schwankte doch Opdams Meinungüber den glücklichen Ausgang dieses Kampfes, indem er bemerkte:„Morgen um die Stunde seht ihr mich mit Lorbeer» oder Cppres-sen bekränzt."

Am Morgen des 3.(13.) Juni 1665 signalisirten sich die feind-lichen Flotten in der Gegend von Lowestoff. Die See warruhig, keine Wolke trübte den Himmel, und nur ein sanfter Wind-