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Kränkungen ausgesetzt. Zuletzt siegte ihre unbeschreibliche Her-zensgüte, sie ließ sich alles gefallen, und behandelte ihre Neben-buhlerin mit freundlicher Nachsicht, während diese den König aufalle Weise beherrschte. Er ernannte letztere endlich sogar zurHerzogin von Cleveland mit der ausdrücklichen Bedeutung, daßdieser Titel auch aus ihre beiden Söhne, Karl und Georg, die ermit ihr erzeugt hatte, übergehen sollte. Durch der Königin sanft-müthiges und würdevolles Benehmen gewann sie immer mehr inder öffentlichen Meinung, während der König im gleichem Maßean Achtung verlor. Nur als die Königin in eine tödtliche Krank-heit verfiel, da zeigte er an ihrem Bette Mitleid und Theilnahme.Doch sein Leichtsinn verwickelte ihn zu eben derselben Zeit in einneues Liebesverhältniß mit der schönen Stuart, einer TochterWalters, des Sohnes von Lord Blantyre, und als die Königinwieder genas, war jeder ernstliche Wille aus seinem Herzen ver-schwunden.
In diesem Strudel des Leichtsinns ließ er sich auch viele poli-tische Fehler zu Schulden kommen. So hatten sich die Engländersrüherhindes französischen Seehafens Dünkirchen zu bemeisterngewußt. Wegen Geldverlegenheit kam sein Minister Clarendon,um die Gunst des Königs sich zu erhalten, auf den Gedanken, dieFestung an Frankreich wieder zu verkaufen. Die Ausführungdieser Finanzoperation brachte aber Beiden nicht den Vortheil,den man davon erwartet hatte. Dünkirchen hatte man gleichsamals Acquivalent für den für England noch immer nicht verschmerz-ten Verlust von Calais betrachtet, und nun ward also auch Dün-kirchen Preiß gegeben, und es hieß, man habe dieses Besitzthumnur dahin gegeben, um den Ertrag an die Maitressen des Königs,zu verschleudern, Clarendon habe sich von Frankreich bestechenlassen, und eine prachtvolle Wohnung, die Clarendon sich hat er-bauen lassen, bekam vom Volke spottweise den Namen „Dün-kirchen - Haus." — Nun bildete sich eine furchtbare Parteigegen den Minister, mit der sich auch Herzog von Buckinghamverband, und Clarendon wurde endlich, ohne eigentlich als schuldigüberführt zu seyn, auf Befehl des Königs und durch eine Parla-