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geführt, wenn sie nicht bezahlen konnten. Auch Puritanerkamen aufs Blutgerüste.
§. 74.
Endlich nahten die letzten Lebenstage von Elisabeths Lebenheran. Sie hatte Europa's Völker durch den Glanz ihrer Tha-ten geblendet, sie war aber bestimmt, den Abend ihres Lebens indüsterer Trauer zuzubringen. Besonders schmerzte sie der Todihres Günstlings, des Grasen von Essex, der durch leiden-schaftliche Ehrsucht von den Peers als ein Verräther erklärt wurde.
Sie hatte ihre Popularität und mit dieser die Lust am Daseynverloren. Sie war zum Skelett hcrabgemagert, und ihre Putz-sucht war verschwunden. Nichts war ihr mehr recht, sie stampfteim Unwillen mit Füßen, und manchmal hieb sie mit einem Schwertein die Tapeten ihres Zimmers. Durch einen Schnupfen ver-mehrte sich ihr Unwohlseyn, und dennoch wollte sieden Aerztenm'chtsolgen. Zuletzt verlor sie noch ihre Busenfreundin die Gräfinvon Nottingham, wodurch sie in Seufzen und Thränen Tagund Nacht verfiel. Endlich verfiel sie in Starrsucht, und lageinige Stunden wie todt da. Sie legte sich zuletzt nicht mehr insBett, sondern auf den Boden, weil sic glaubte, wenn sie einmalim Bette läge, so würde sie nie wieder aufstehcn. So lag siezehn Tage lang auf den auSgebreiteten Kissen, gewöhnlich denFinger im Munde und die Augen auf den Boden geheftet. Sienahm keine Arznei mehr. Den Ermahnungen und Gebeten desErzbischofs hörte sie aufmerksam zu. Noch ernannte sie ihrenVettervonSchottland, den Prinzen Jakob, zu ihrem Nach-folger. — Dann faltete sie die Hände über ihrem Haupte, sieficng an zu röcheln, und am andern Morgen um drei Uhr hauchte' sie ihren schuldbeslcckten Geist aus (1603).
England erhob sich jedoch unter ihrer Regierung zu einemStaate ersten Ranges, und ihre Freunde preißcn daher diese Zeitals höchst glücklich. Es fragt sich aber, ob ein Zustand glücklichgenannt werden kann, wo eine Königin iu der einen Hand eineneisernen Scepter, in der andern das Henkerbeil führte. Bei den be-nachbarten Nationen säete sie nicht selten den Samen der Zwietracht